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Nach den Domstädtern Testiculo Y Uno sowie dem Berliner Suff Daddy geht der Fokus des dritten Teils der beliebten MPM-Instrumentalserie nun nach zu Dexter Heilbronn. Bekannt wurde der Wortsport-Hausproduzent neben seinem, gemeinsam mit Jaques Schure eingespielten, Album »Schelle« vor allem durch die Gast-Produktionen für Morlockk Dilemma und Hiob. Waren die ersten beiden Teile der »HHC«-Serie noch lose Beat-Sammlungen, so erscheint Dexters ambitioniertes Projekt deutlich konzeptioneller. Er nimmt den Hörer mit auf eine Reise durch den Jazz-Kosmos und gräbt rare Perlen von hoch geschätzten Künstlern wie Yusef Lateef oder Sun Ra aus. Gestützt von Sprachludes und unzähligen Samplepuzzles erzählt Dexter die Geschichte des Jazz auf ganz eigene Art, die das Bündnis von HipHop und Jazz, dank der druckvollen Beattüftelei, nie ganz aus den Augen verliert. Wer also eine bloße Anhäufung von ausgelutschten Break-Klassikern im Stile der »Dusty Fingers«-Reihe erwartet, wird enttäuscht. Einem glücklichen Umstand haben wir es dann auch zu verdanken, dass der bisher beste Teil des Hi-Hat Clubs, nicht wie ursprünglich angedacht als Rapidshare-Geschenk, sondern in limitierter Vinylauflage erscheint.
Benjamin Mächler, 05.02.2010Zugegeben: Dexter war dem Autor dieser Zeilen vor seinem Beitrag für den Kölner Hi-Hat Club schlichtweg unbekannt. Die Ankündigung, diese Instrumentalplatte ausschließlich auf Jazz-Samples basieren zu lassen, erntete hier ebenfalls Skepsis. So viel zu der Ausgangslage. Allerdings erweist es sich oftmals als angenehmere Alternative, eine Platte von vornherein argwöhnisch zu betrachten, weil das Gefühl, sich komplett getäuscht zu haben zur erfreulichen Erkenntnis erstarkt, einen (für mich) neuen Künstler entdeckt zu haben. Mit einer imponierenden Leichtigkeit und vor allem einem formidablen Ohr für den richtigen Loop widmet sich Dexter hier ausgelassen dem schwierigen Thema Jazz und samplet sich durch seine beträchtliche Plattensammlung voller klingelnder Namen zwischen Yusef Lateef, Oneness Of Juju, Galt Macdermot und Sun Ra. Dem letzteren zollt er verstärkt Tribut und scheint an dessen Meisterwerk »Space Is The Place« und der darauf agierenden Sängerin June Tyson besonderen Gefallen gefunden zu haben. June Tyson, wow! Hier trifft Knowledge auf Unbekümmertheit und lässt es nach 17 grandiosen Beats verschmerzen, dass die Snare manchmal zu laut ist. Achja: Qualitätsmerkmal Melting Pot!
Paul Okraj, 26.02.2010More items by Dexter |
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