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FREITAG
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Aus Reststoff wird urbane Signatur

1993 beginnt die Geschichte von FREITAG in Zürich mit einer klaren, fast nüchternen Frage: Wie lässt sich eine Tasche bauen, die im Alltag wirklich funktioniert? Daniel und Markus Freitag suchen nach etwas Funktionellem, Wasserabweisendem und Robustem. Was dann entsteht, ist die Urform der ikonischen Umhängetasche F13 TOP CAT, gefertigt aus ausgedienter Lastwagenplane, ausrangierten Fahrradschläuchen und Sicherheitsgurten. Genau dieser Mix macht den Charakter von FREITAG bis heute aus. Aus einer praktischen Idee wächst eine Marke, deren Taschenunikate von Europa bis nach Asien getragen werden und die schon früh gezeigt hat, dass Gebrauchsspuren kein Makel sind, sondern Ausdruck von Haltung. Zehn Jahre nach der Gründung landet das erste FREITAG-Erzeugnis im MoMA in New York und wird dort Teil der Designsammlung.

Kante statt Konvention, jedes Stück mit eigener Spur

FREITAG steht seit mehr als drei Jahrzehnten für Erzeugnisse, die Design und Funktion nicht gegeneinander ausspielen. Die Taschen leben von klaren Formen, hoher Widerstandskraft und einem Materialbild, das nichts versteckt. Jede Plane bringt ihre eigene Geschichte mit, jede Oberfläche ist anders, jeder Schnitt erzeugt ein Unikat. Genau darin liegt die Faszination von FREITAG. Die Marke verbindet robuste Alltagstauglichkeit mit einer Ästhetik, die aus der Straße kommt und im Alltag bleibt. Statt glatter Perfektion zählt bei FREITAG die sichtbare Herkunft der Materialien, und statt kurzlebiger Effekte zählt Langlebigkeit. Das Ergebnis sind Items, die sich nicht anbiedern, sondern Präsenz zeigen. FREITAG denkt Kreisläufe mit, hält gebrauchte Materialien möglichst lange im Umlauf und hat daraus ein unverwechselbares Profil entwickelt, das weit über eine einzelne Tasche hinausreicht.

F-ABRIC als Beweis, dass Material neu gedacht werden kann

2014 erweitert FREITAG den eigenen Horizont und entwickelt mit F-ABRIC ein erstes komplett kreislauffähiges Material. Die biologisch abbaubaren Textilien aus Hanf, Leinen und Modal werden intern von Grund auf entwickelt und mit minimalem Ressourceneinsatz im Umkreis von 2.500 Kilometern rund um den Hauptsitz in Zürich produziert. Damit zeigt FREITAG, dass der Gedanke der Wiederverwendung nicht an der Taschenwand endet, sondern auch Kleidung prägen kann. F-ABRIC steht für eine Produktion, die bewusst knapp kalkuliert, räumlich nah organisiert und konsequent auf Rückführung angelegt ist. In der Logik von FREITAG wird das Material nicht einfach verbraucht, sondern in einen größeren Zusammenhang gestellt. Das macht die Linie so spannend: Sie übersetzt den Ansatz der Marke in eine andere Form, ohne die eigene Sprache zu verlieren. So bleibt FREITAG experimentierfreudig und zugleich präzise in der Umsetzung.

Ein Manifest für bewusstes Machen und starke Allianzen

2015 verdichtet FREITAG die eigene Haltung in einem Manifest, das im Rahmen der Ausstellung «FREITAG ad Absurdum» im Lausanner Designmuseum mudac entsteht. Es versteht sich als Plädoyer für bewusstes, sinnvolles Produzieren und Konsumieren und bleibt in leicht angepasster Form bis heute ein Leitfaden der Marke. Diese Klarheit prägt auch die Zusammenarbeit von FREITAG mit Partnern, die denselben Respekt vor Material und Gestaltung teilen. Hender Scheme interpretiert für FREITAG zwei ikonische Taschen neu, während Études Studio gemeinsam mit FREITAG eine limitierte Sonderauflage des F41 HAWAII FIVE-0 entwickelt. Solche Projekte zeigen, wie offen FREITAG für präzise gesetzte Kooperationen bleibt, ohne den eigenen Kern aufzugeben. Die Marke bleibt dabei immer erkennbar: urban, widerständig, eigenständig und tief in einer Kultur verankert, die aus Funktion eine visuelle Sprache formt.