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Hip Hop in 2Pacs Händen

Der Hip Hop des West Coast durchläuft in den 90er Jahren so einige Höhe- und Tiefpunkte – doch klar ist dabei, dass es eine Welt vor Tupac Shakur und eine nach ihm gibt, und beide sind völlig verschieden. Innerhalb nur weniger Jahre schafft der Kalifornier es mit etlichen Hitsongs an die Genre-Spitze, liefert aktivistischen Conscious-Rap wie auch das klassische Gangsta-Gewand und etabliert sich sogar als Schauspieler. Sein klar definierter und oft beneideter Flow verleiht ihm eine enorme rhythmische wie politische Ausdruckskraft: für eine kurze Zeit liegt der Hip-Hop ganz in Tupacs Händen. In der Mitte der 90er wird der Superstar dann zu einem Mitspieler im wohl berühmtesten Beef aller Zeiten. Mit fatalen Folgen – der Konflikt zwischen East Coast und West Coast fordert sein Leben. Dieses beginnt 1971 in New York City – Tupacs Eltern sind Mitglieder der revolutionären Black Panther Party, die Familie lebt lange am Existenzminimum. Als der Teenager Shakur an der Baltimore School for the Arts angenommen wird, findet er zum ersten Mal Raum, eigene Texte zu schreiben, und unter dem Namen MC New York organisiert er mit seiner Crew Strictly Dope Ende der 90er erste Konzerte. Gleichzeitig wird er von der Rapgruppe Digital Underground entdeckt, die ihn fortan als Tour-Tänzer willkommen heißt.

Rap und Revolution

Gleichzeitig bastelt der aufkommende Künstler im Hintergrund an eigenen Projekten, auf Digital Undergrounds Track Same Song feiert er 1991 seinen Debutauftritt als 2Pac, und nur kurz später bringt er bei Interscope seine erste eigene Platte 2Pacalypse Now heraus. Obwohl das Album kein sofortiger Hit wird, schlägt es doch Wellen – dass es nämlich Autoritäten irritiert, bemerkt man an den Worten des damaligen US-Vizepräsidenten, laut dem die Platte „keinen Platz in unserer Gesellschaft“ hätte. Tupac erzählt von den soziopolitischen Belastungen des amerikanischen Young Black Male – Polizei, Rassismus, Ungleichheit, auf weniger lässt der Prediger sich nicht ein. Mit Strictly 4 My N.I.G.G.A.Z… steigt er 1993 dann in die Top 30 ein und beweist sich wieder als Mittelmann zwischen Rap und Revolution: „I’m supposed to say peace, sing songs, and get capped on / But it’s time for a new plan“. Erste Hits landet der Kalifornier zeitgleich mit Keep Ya Head Up und I Get Around, und auch als Schauspieler professionalisiert er sich jetzt. Als seine Karriere ins Rollen kommt, gründet er die Gruppe Thug Life und nimmt mit seinen Crewkollegen eine Platte auf, kommt aber auch mit dem Gesetz in Konflikt – 1995 muss Tupac wegen sexueller Nötigung eine Haftstrafe antreten, gleichzeitig wird er von einer anonymen Gruppe angeschossen. Dafür verdächtigt er aus seiner Gefängniszelle heraus den Notorious B.I.G auf der an anderen Seite des Kontinents und heizt den Konflikt zwischen den beiden Parteien an.

Wie kein anderer vor ihm

Mit Me Against the World landet Tupac während seiner Haft ein Nummer-Eins-Album. Als er nach acht Monaten wieder auf freiem Fuß ist, lassen die Grammy-Nominierungen kaum auf sich warten, und er arbeitet an seiner ersten Platte für das Death Row Label, All Eyez On Me, die 1996 wiederum die Charts stürmt. Das erste Doppelalbum der Hip-Hop-Geschichte erzählt statt vom Politischen hier vom Gangsterleben und verlorenen Freunden, im Gepäck mit Gästen wie Snoop Dogg und Method Man. Die Platte zementiert 2Pacs Legendenstatus als eine Ikone der 90er, die in der Rapwelt für sich steht. Im September 1996 stirbt er in Las Vegas an den Folgen eines Drive-By-Shootings, und sein vermeintlicher Rivale B.I.G. stirbt auf ähnliche Weise sechs Monate später – das Ende einer Ära ist besiegelt. Größen wie 50 Cent bekennen sich heute zu ihrer Faszination für Tupac: „Jeder Rapper, der in den Neunzigern aufgewachsen ist, hat Tupac etwas zu verdanken. Er klang wie kein anderer, der vor ihm kam.“