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Hardcore-Beats und Marihuana

Wenn es eine Rapcrew gibt, die an der West Coast als unverzichtbar gilt, ist es Cypress Hill. Die lateinamerikanischen Urgesteine des Gangsta-Raps stellen sich mit einer Reihe von millionenfach verkauften Platten in den 90er Jahren als unaufhaltsame Hip-Hop-Kraft unter Beweis und liefern einen Klassiker nach dem anderen. Das Spektakel beginnt mit den in Kuba geborenen Brüdern Sen Dog und Mellow Man Ace, die sich im Alter von 21 Jahren mit dem Kalifornier B-Real und dem New Yorker DJ Muggs zusammentun, um die Crew DVX zugründen – kurz für Devastating Vocal Excellence. Dass die Gruppe zu Beginn schon stimmlich aus dem Raster fällt, ist unter anderem B-Reals einzigartiger nasalen Rapstimme zu verdanken, die im Genre Meilensteine setzt. Nach dem Ausstieg von Mellow Man Ace und der von einer Kalifornischen Straße inspirierten Umbenennung in Cypress Hill ist beim namhaften Ruffhouse Records schnell eine Labelheimat gefunden, welche sich ihrer Debutplatte annimmt. Der selbstbetitelte Langspieler trifft bei seiner Veröffentlichung im August 1991 sofort ins Schwarze, verkauft sich über zwei Millionen mal und macht das Trio zur rappenden Sensation. Auffällig sind dabei die kompromisslosen Hardcore-Beats und Cypress Hills Offenheit gegenüber dem Thema Marihuana: keiner in den Staaten will das grüne Zeug so gern legal haben wie Sen Dog und B-Real.

Crossover-Hits und Street Credibility

Black Sunday wird 1993 sogar ein noch größerer Erfolg und beschert der Crew Platz Eins der Billboard-Charts. Stilistisch weiten die kiffenden Gangsterrapper das Erfolgsrezept ihres Startschusses aus, wobei Tracks wie Insane in the Brain auch außerhalb des Hip-Hops Wellen schlagen und die drei ebenso für Alternative Rocker interessant machen. Die ästhetische Überlappung kommt nicht von ungefähr – I Ain’t Goin‘ Out Like That bedient sich eines Samples der Heavy-Metal-Ikonen Black Sabbath, und auch das Albumcover erinnert an so manch härtere Rockplatte. Der spannende Genre-Mix wird mit der Sonic-Youth-Kollaboration I Love You Mary Jane fortgeführt, und auch mit Pearl Jam lässt die Gruppe sich ein. Ihre Crossover-Erfolge bringen sie schließlich auf Tour mit Rage Against the Machine und Seven Year Bitch – die Punk-Rap-Fusion ist offiziell. Ihre Street Credibility müssen Cypress Hill dabei nicht einbüßen: Wu-Tang-Legenden U-God und RZA gastieren auf der Platte III, und nachdem DJ Muggs sich einen Joint bei Saturday Night Live angezündet hat, wird die Gruppe für immer aus der Show verbannt. Grammy-Nominierungen regnet es trotzdem, und als neues Mitglied wird im Jahr 1994 Percussion-Spieler Eric Bobo begrüßt.

Der Zeitgeist ist egal

Mit Skull & Bones bieten die Rockrapper eine Platte, die ihr Crossover-Interesse noch deutlicher macht und elektrische Gitarren mit DJ Muggs‘ Beats verbindet. Und auch zu jamaikanischen Einflüssen sagt die Crew nicht Nein, wenn sie auf dem 2004 erschienenen Album Till Death Do Us Part Damian Marley einladen. Als bekennender Fan von The Clash sampelt DJ Muggs außerdem den Klassiker The Guns of Brixton und mischt damit erneut Hitpotenzial mit dem Track What’s Your Number? zusammen. Der Beatmaker nimmt allerdings zunehmend Abstand von der Gruppe, um sich auf andere Projekte zu fokussieren, und so bleibt Cypress Hills Output Mitte der 200er erstmal spärlich. Mit einer ganzen Schar an Produzenten im Rücken kommt 2010 die Platte Rise Up unter Priority Records in die Läden und zeigt die Rapper aggressiver denn je, was sich auch in ihren Liveshows zunehmend als Erfolgsformel herausstellt. Mit Elephants on Acid tritt DJ Muggs 2018 seine volle Rückkehr zur Gruppe an, und das resultiert in immer neuen Sound-Ideen, bisher ungehörten Konzepten und einem Anspruch an Rapmusik, der heutzutage nur selten gesehen ist. Der Zeitgeist ist den Visionären dabei relativ egal: „Wir bleiben uns zu 100 Prozent treu und entwickeln uns in unserem eigenen Stil weiter, anstatt uns dem Stil eines anderen anzupassen.“