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Die Blaupause des Post-Punks

Wenn zur richtigen Zeit die richtigen Menschen aufeinandertreffen, dann kann es passieren, dass es gar nicht viel Zeit braucht, um Großartiges zu schaffen. Im Fall von Joy Division hat es nur drei Jahre und zwei Alben gebraucht, um den Post-Punk neu zu definieren und zur Blaupause des Genres zu avancieren: Songs wie Love Will Tear Us Apart, Disorder und Transmission machen sie Ende der 70er Jahre zu einer der wichtigsten Bands Großbritanniens, bis die Gruppe sich nach dem tragischen Tod des Frontsängers Ian Curtis im Jahr 1980 zur Auflösung gezwungen sieht und daraufhin als New Order wiederkehrt. Joy Divisions Gründung lässt sich sogar auf den Tag genau benennen: am 4. Juni 1976 spielen die noch ziemlich unbekannten Sex Pistols vor knapp 40 Leuten in Manchester ihr legendäres Konzert in der Free Trade Hall. Unter den Zuschauern finden sich spätere Alternative-Stars wie Morrissey und Mark E. Smith, und ebenso Bernard Sumner und Peter Hook. Die beiden beschließen, im Namen des aufkeimenden Punks gemeinsame Sache zu machen und kaufen sich ihre ersten Instrumente. Der einzigartig schwere, melancholische Sound der Band entsteht nach einer Weile des Herumprobierens und verschiedenen Namenswechseln – bis 1978 tritt die Band als Stiff Kittens und Warsaw auf, bis sich als Joy Division das endgültige Lineup gefunden hat: vollständig mit Stephen Morris und der Stimme der Band, Ian Curtis.

Dröhnende Liveshows und graue Jacketts

Mit der im Eigenverlag veröffentlichten Debut-EP An Ideal for Living landen sie im Sommer 1978 einen Plattenvertrag beim Manchester Indielabel Factory Records, da klingen sie noch wie eine verschrobene Punkgruppe. Nicht nur eine Livesession bei BBC Radio 1 im November desselben Jahres bringt ihnen die Aufmerksamkeit der Musiklandschaft ein, sondern auch die provokante Ästhetik der Plattencover – und schließlich der Bandname, welcher einem Stück Nazigeschichte entnommen ist. Der erste Langspieler Unknown Pleasures erscheint 1979 und etabliert den endgültigen Sound von Joy Division: auf seine eigene Weise in schwarze Romantik gehüllt, treffen dystopische Gesangsdarbietungen auf Schichten drückender Synthesizer und Gitarren. Mit einer genialen Debutplatte und dröhnenden Liveshows inklusive einem eklatant tanzenden Ian Curtis versammelt die Band landesweit Fans, die sich ihren Vorbildern getreu in graue Jacketts kleiden. Neben all diesem Erfolg hat der Frontsänger allerdings vermehrt mit epileptischen Anfällen zu tun, die ihn teilweise auf der Bühne überraschen und zu reichlich Komplikationen und abgesagten Shows in den Folgemonaten führen. Anfang 1980 nimmt die Band ihre zweite Platte Closer auf und will kurz danach ihre erste US-Tour antreten. Da ist es allerdings schon zu spät – Ian Curtis‘ Suizid im Mai 1980 kommt für die anderen Bandmitglieder unerwartet.

Vom Post-Punk zum Alternative Dance

Joy Divisions wohl bekannteste Single Love Will Tear Us Apart erscheint kurz darauf und schafft es in die Top 20 – mit der Veröffentlichung von Closer im August 1980 findet die Band ihr tragisches Ende, wobei die Platte ein weiteres Meisterstück an kreativer Post-Punk-Energie bildet und den Sound des New Wave der kommenden Jahre vorwegnimmt. Nach Curtis‘ Tod greift eine Abmachung, die alle vier Member zu Beginn ihrer Karriere getroffen haben: sollte ein Bandmitglied aussteigen, ändern die verbliebenen den Namen der Gruppe. So wird aus Joy Division dann New Order, deren erste Single Ceremony inklusive der B-Seite In a Lonely Place die letzte Aufnahme mit Ian Curtis bildet. New Order begeben sich in den 80er Jahren auf den Weg, den Alternative Dance zu revolutionieren – ohne Joy Division inklusive Ian Curtis als Startschuss wäre das aber niemals möglich gewesen. Der popkulturelle Einfluss jener frühen Songs reicht weit über die Szene des Post-Punks hinaus und prägt weiterhin genreübergreifend die verschiedensten Bands – und immer noch schaffen Joy Division es, in der heutigen Generation Fans zu gewinnen.