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Nicht weniger als bewusstseinserweiternd

Schon im Kindesalter sampelt der Kalifornier Otis Jackson Jr. die alten Jazzplatten seines Vaters, und einige Jahre später macht er sich bereits einen Namen als Madlib – das steht für Mind Altering Demented Lessons In Beats, also „bewusstseinserweiternd demente Beat-Lektionen“, und es beschreibt seinen Anspruch an die eigene Producer-Karriere auch ziemlich treffend. Er wächst mit seinem einzigartigen Sampling-Stil in den 90er Jahren nämlich bald zu einem der gefragtesten Beatmaker im Underground US-Hip Hop heran – und er wirkt bis heute. Jackson kommt aus einer Musikerfamilie, sein Bruder und er stoßen in jungen Jahren zum Hip Hop, und in der Kalifornischen Stadt Oxnard gründen sie Anfang der 90er gemeinsam mit anderen Rappern das Label Crate Diggas Palace. Außerdem gründet Madlib das Trio Lootpack, das schon bald beim Indie-Label Stones Throw aufgenommen wird, 1999 erscheint das erste und auch letzte Album der Gruppe. Madlib ist hier vorrangig als MC aktiv, doch um die Jahrhundertwende herum expandiert er: als Produzent übernimmt er die Verantwortung für die Beats anderer Rapper auf dem Label und gründet sein heute legendäres Nebenprojekt Quasimoto – mit schnell abgespielten Tapes pitcht er seine Stimme hoch und erschafft ein satirisch angehauchtes Alter Ego. Ein paar Jahre später inspiriert das hierzulande den Rapper Marteria, die kiffende Kunstfigur Marsimoto in die Welt zu setzen.

Hip Hop, Jazz und ein rappender Superschurke

Madlibs Interesse für den Jazz klingt trotz seiner Hip Hop-Arbeit nicht ab, und unter dem Namen Yesterday’s New Quintet experimentiert er mit der Fusion der beiden Genres – dabei spielt er alle Instrumente selbst und vereint seine Kompositionen 2001 auf der Platte Angles Without Edges. 2003 entsteht dann das Remixalbum Shades of Blue, auf dem Madlib alte Aufnahmen des legendären Jazz-Labels Blue Note auf die Turntables wirft und seine eigene Version abmischt. Mit J Dilla entsteht unter dem Duo-Namen Jaylib im gleichen Jahr die Platte Champion Sound, auf dem beide jeweils auf einer Seite rappen und auf der anderen produzieren. Als Meister der Kollaboration ist auch sein bekanntestes Album die Zusammenarbeit zweier kreativer Genies: Madvillainy, auf dem sich Madlibs facettenreiche Beats mit den assoziativen Lyrics von MF DOOM vereinen, avanciert zum Meilenstein im Indie-Hip Hop und sorgt bei dem Beatgiganten für eine neue Reichweite. Ein Jahr später kehrt er als Quasimoto mit einer neuen Vinyl zurück, doch sein Fokus liegt für die nächsten Jahre auf der Produktion: für Mos Def, Ghostface Killah, De La Soul und viele andere sitzt er an Sampler und Mischpult. Was es nicht in die Sessions schafft, sammelt er auf einer Serie an Alben unter dem Pseudonym Beat Konducta – die unermüdliche Experimentierfreude des Producers ist kaum aufzuhalten.

Beats in ihrer eigenen Liga

2010 verkündet Jackson die Gründung seines eigenen Labels Madlib Invazion, auf dem er über die Zeit von zwei Jahren die 13 Alben umfassende Serie Madlib Medicine Show veröffentlicht – dort finden sich zahlreiche bisher unveröffentlichte Werke wie auch neues Material. Gemeinsam mit dem Rapper Freddie Gibbs nimmt er 2014 die Platte Piñata auf, auf der mit Ab-Soul, Scarface, Earl Sweatshirt und Mac Miller eine Reihe an großen Namen mitwirken. Mit letzterem nimmt er übrigens ebenfalls eine EP auf, zu dessen Release es nach Mac Millers Tod aber nicht mehr kommt. Mit den Rappern MED und Blu entsteht 2015 das Album Bad Neighbor, 2016 produziert er für Kanye West den Track No More Parties In L.A. – und auch mit seinem Bruder tut er sich wieder zusammen: als Duo bringen sie unter dem Namen The Professionals ein selbstbetiteltes Album heraus. Seine Arbeit setzt sich ununterbrochen fort, und seine Beats spielen in ihrer eigenen Liga: keiner zuvor hat im Hip Hop aus Musik verschiedenster Herkunft ein so brillantes Ganzes gemischt. Der deutsche Rapper und Produzent Dexter beschreibt Madlib als Grundstein seiner Karriere – er wird nicht der einzige sein.