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Ein rappender Pop-Revolutionär

Dass der Berliner Pierre Baigorry alias Peter Fox nach den internationalen Dancehall Erfolgen mit seiner Band Seeed auf einem einzigen Soloalbum den deutschen Rap sowie auch den Pop revolutioniert, hätte im Mainstream des Jahres 2008 kaum jemand erwartet. In der deutschen Musiklandschaft genießt er spätestens seit Stadtaffe Legendenstatus, und trotz des unerwarteten Erfolgs lässt er mit einem neuen Soloalbum ganze fünfzehn Jahre auf sich warten. In der Zwischenzeit steht er mit der elfköpfigen Mannschaft von Seeed auf den größten Bühnen des Landes, kassiert mit ihnen ganze dreimal den Echo ein und verdient sich eine nach der anderen Goldenen Schallplatte. Peter Fox ist ein Ausnahmetalent, dessen künstlerische Fähigkeit sich bereits im Kindesalter findet: am Klavier beginnt er mit sieben Jahren, nach dem Abitur ringt er neben einer abgebrochenen Ausbildung zum Klavierbauer mit verschiedenen Musikprojekten um Erfolg, der sich aber noch nicht einstellen will. 1998 gründet er dann gemeinsam mit Freunden die Gruppe Seeed und bildet neben Frank A. Dellé und Demba Nabé ein Drittel des multinationalen Frontmann-Trios. Seeed fühlen sich inspiriert von der jamaikanischen Kultur des mobilen Soundsystems und sind eher Kollektiv als Band, und sie feiern die Musik als verbindendes Element – mit den ersten beiden Alben New Dubby Conquerors und Music Monks Anfang der 2000er mischen sie Dancehall, Reggae und Ska und landen damit deutschlandweite wie internationale Hits.

Filmmusik zum Tanzen

Nach dem Erfolgsalbum Next! im Jahr 2006 entschließt Baigorry sich, endlich ein Soloprojekt umzusetzen. Wo erst sein Kollege CeeLo Green als Sänger einspringen soll, tritt der gebürtige Berliner dann selbst ans Mic und auch hinter das Mischpult – als Seeed-Producer hat er inzwischen reichlich Erfahrung gesammelt. „Filmmusik zum Tanzen“ ist dabei sein Anspruch, wofür der Musiker sich unter anderem das Babelsberger Filmorchester ins Studio bestellt, um seinem hohen Anspruch an die eigenen Raptexte genug Ausdruck zu verleihen. 2008 steht Stadtaffe in den Plattenregalen und schlägt landesweit ein wie eine Bombe: Fox‘ Mix aus hüftenschwingenden Beats und Lyrics zwischen Hass und Liebe für die eigene Heimat-Metropole kommt bei seinen Altersgenossen an und prägt gleichzeitig eine ganze Generation an Berliner Jugendlichen. Während das idyllische Haus am See die deutschen Radiostationen erobert, lässt Fox sich auf Songs wie Stadtaffe über jene aus, „die der Dreck nervt und die selbst Sachen auf die Straße schmeißen“, und verbindet das mit überwältigenden Party-Tracks wie Schüttel deinen Speck und der Berlin-Ode Schwarz zu Blau: „Und ich weiß, ob ich will oder nicht, dass ich dich zum Atmen brauch‘“.

Liebe für alle und ihn selbst

Die Platte wird schnell zu einem deutschsprachigen Klassiker, und der Erfolg überwältigt Baigorry geradezu. Denn eigentlich will der gebürtige Stadtaffe sich wieder auf seine elfköpfige Heimat konzentrieren: „Das war immer so geplant. Ich wollte ein Projekt außerhalb meiner Stammband veröffentlichen und dann machen wir mit SEEED weiter.“ Das war’s also erstmal mit Peter Fox, der 2009 dann seine erste und vorerst einzige Solotour beendet. Das ändert sich schlagartig im Jahr 2022 mit seiner heißerwarteten Comeback-Single Zukunft Pink – und die geht sofort viral. Fox‘ erste Soloplatte seit 2008 erscheint im Mai 2023, und vom ersten Moment an hören wir, dass das Nummer-Eins-Album Love Songs den Dancehall-Giganten in neuer Form zeigt – immer noch tanzbar, mit klaren Afrobeat Anleihen, und ungleich optimistisch: „Alle malen schwarz, ich seh‘ die Zukunft pink / Wenn du mich fragst, wird alles gut, mein Kind“. Gleichzeitig verarbeitet er auf Tracks wie Vergessen Wie die Corona-Pandemie, während er auf der pulsierenden Bassline von Gegengift eine sich immer weiter spaltende Gesellschaft unter die Lupe nimmt. Peter Fox ist endlich zurück – 2023 geht der Popstar erstmals wieder auf Tour, und das mit einer ganz klaren Message: „Liebe für alle und für mich selbst.