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Vom Schulhofrapper zum G-Funk-Klassiker

Der Kalifornische Rapper, Sänger, Produzent, Comedian, Schauspieler und stolze Vollzeit-Stoner Snoop Dogg bedarf im 21. Jahrhundert kaum noch einer Erklärung – wer auf den Popstar nicht im Fernsehen gestoßen ist, hat ihn zumindest bei Dr. Dre, Eminem, Katy Perry oder auf einem der unzähligen Tracks gehört, die den G-Funk revolutioniert und ihn zu einer unvergleichlichen West-Coast-Größe gemacht haben. Sein zurückgelehnter Flow trägt ihn auf sämtlichen Erfolgsalben durch immer wieder neue stilistische Wandlungen, von Gangsta-Rap bis Reggae und zurück – dabei bleibt Calvin Cordozar Broadus Jr. aber immer auf dem Boden. Das Ganze beginnt in den 80er Jahren: der junge Snoop, von seinen Freunden nach dem Peanuts-Hund benannt, entdeckt sein Rap-Talent während der Highschool-Zeit und nimmt erste Tapes mit seiner Crew 213 auf – diese haust ebenso seinen Cousin Nate Dogg und einen gewissen Warren G. Das Material gerät zufällig in die Hände von Dr. Dre, der Weed-Liebhaber Snoop auf seinen Track Deep Cover sowie als Feature-Gast auf The Chronic einlädt und ihn dank des immensen Albumerfolgs sofort einer breiten Masse an Hip Hop Fanatikern aussetzt. Mindestens Nuthin‘ But A “G” Thang zählt heute zum Kanon der Goldenen 90er, und Snoops erste Soloplatte Doggystyle im Jahr 1993 steigt direkt auf die Nummer Eins der Billboard 200 – das Album wird sofort zum Klassiker des Genres.

Hymnen für die Hip Hop-Jugend

Noch lässt ihn das Straßenleben aber nicht los: auf dem Höhepunkt seines Debuterfolgs findet er sich in einem Gerichtsprozess wieder, der ihn beinahe ins Gefängnis bringt. Dass er sich außerhalb des Gangster-Lifestyles orientieren will, wird auf Tha Doggfather und Tha Game Is To Be Sold, Not To Be Told klar: diesmal ohne Rückendeckung von Dre bleibt Snoop seiner Ästhetik treu, tritt aber auch auf dem eher Rock orientierten Lollapalooza Festival auf. Mit seinem konstanten Fluss an Alben etabliert sich der kiffende Hund Ende der 90er als Superstar mit erheblichem popkulturellen Gewicht, und seine erste Nummer-Eins-Single landet er 2004 mit Drop It Like It’s Hot, produziert von keinem Geringeren als Pharrell Williams – nicht weniger als eine Hymne für die Hip Hop-Jugend der frühen 2000er. Zur gleichen Zeit versucht das Multitalent sich auch als Schauspieler in diversen Filmen und Serien und nimmt sogar einen Track für den Bollywood-Erfolg Singh Is Kinng auf. Sein Gastpart auf Katy Perrys Hitsingle California Gurls im Jahr 2010 befördert Snoop schließlich auf die iPods von Teenagern auf der ganzen Welt, und die Feature-Gäste auf seinen regelmäßig erscheinenden Soloplatten lesen sich weiterhin wie ein Who-is-who der internationalen Rap-Elite.

usik, die zeitlos ist und einschlägt

Als musikalisches Chamäleon entpuppt sich der Doggfather ein weiteres Mal nach einer Jamaica-Reise, die ihn zu seiner Platte Reincarnated inspiriert – Snoop Lion lautet das neue Alter Ego, durch das er seinen Kontakt mit der Rastafari-Bewegung verarbeitet. Und auch sein Selbstverständnis als DJ zeigt sich bei Auftritten unter dem Namen DJ Snoopadelic – die Mission ist klar: „Snoop Lion, Snoop Dogg, DJ Snoopadelic – sie alle kennen nur eines: Musik machen, die zeitlos ist und einschlägt.“ In den Gospel tappt er mit der religiös induzierten Platte Snoop Dogg Presents Bible of Love im Jahr 2018, und auf immer neuen Kollabo-Tracks mit Industrielegenden wie beispielsweise Stevie Wonder, Kendrick Lamar, Rick Ross und Chris Brown beweist er immer aufs Neue seine kreative Zeitlosigkeit, die ihn hier in Funk Gefilde und dort in die Popwelt treibt – als Featuregast ist er sowieso auf unzähligen Hits vertreten, die an seiner Rap-Authentizität aber kaum kratzen. „Man kann nicht wissen, wohin man geht, wenn man nicht weiß, woher man kommt“, meint er dabei über die eigene musikalische Heimat. Für 2023 kündigt er ein Comeback-Album mit Dr. Dre an – zusammen mit seinem einstigen Mentor hat er schon seit Doggystyle nicht mehr produziert.