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Dexter Hip Hop 4 Artikel

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Dexter - Yung Boomer
Dexter
Yung Boomer
2LP | 2020 | EU | Original (HHV)
22,99 €*
Release:2020 / EU – Original
Genre:Hip Hop
Reguläre Version auf schwarzem Vinyl in Gatefold Sleeve.

Der Einstieg: eine Straßenecke im dicht besiedelten Stuttgarter Westen. Ein großgewachsener Blondschopf parkt den Familienkombi am Randstein, den Maxi-Cosi noch auf dem Rücksitz. Er steigt aus, macht sich ein Getränk auf und die Anlage an.

Wenn Dexter, der Rapper und Produzent, zurück an der „Corner“ ist, hat das nicht viel mit Kleinkriminellen-Klischees und Gucci-Gehabe zu tun. Vielmehr mit der Rückbesinnung auf die Kunst, die ihn schon seit frühester Jugend begleitet, und mit einer Rückkehr ins gute Leben, das er jetzt, nach ein paar einschneidenden Veränderungen, mit voller Absicht in den Mittelpunkt stellt. „Yung Boomer“ ist das Album zu diesem Leben.

Aber, man ahnt es schon: All das kommt nicht aus dem Nichts. Dexter war in den letzten 10 Jahren als Produzent an Platin-Alben von Cro und Casper beteiligt, er verantwortete zwei erfolgreiche Fatoni-Alben ebenso wie zahllose Kollabos und Untergrund-Projekte. Solo und mit der Producer-Supergroup Betty Ford Boys war er wegweisend für das neue Selbstbewusstsein einer ganzen Generation hiesiger HipHop-Beatmaker – weniger Dienstleister, mehr Aufmerksamkeit. Dass er selbst einmal als Rapper angefangen hatte, geriet dabei oft in Vergessenheit. Erst „Haare nice, Socken fly“ (2017) war sein erstes echtes Rap-Soloalbum.

Für Dexter war Musik nie alternativlos. Nach abgeschlossenem Medizinstudium arbeitete er als Kinderarzt in einer Stuttgarter Klinik und schob endlose Nachtschichten zwischen Schlafentzug und Notkaiserschnitt, um sich Freizeit für eigene Shows und Touren zu sichern. Außerdem wurde er Familienvater – sein erster Nachwuchs eröffnete schon „Haare nice ...“ offensiv mit der Ansage: „Papa ist der beste Rapper.“ Daher also der VW Caddy am Straßenrand.

2019, mit Mitte dreißig, traf Dexter schließlich den Entschluss, den andere Rapper in diesem Alter längst wieder in Frage stellen, und drückte die Pausetaste für den Arztberuf. Weil er es dann doch ganz genau wissen wollte: Was passiert, wenn er sich auf die Musik als Hauptberuf konzentriert und jeden Tag in sein Studio geht, sobald die Kids in der Kita sind?

Grown-Man-Rap ist ein schwieriger Begriff. Gerade wenn man so ein inhärent junges Mindset transportiert wie Dexter und einen so progressiven Soundentwurf verfolgt wie auf „Yung Boomer“. Die Gelassenheit, die aus jeder Strophe spricht, ist jedenfalls unmissverständlich und zeugt von einer gesunden Distanz zur Szene – ebenso aber von einer intimen Kenntnis der Materie Rap, mit allen Höhen und Tiefen. Wenn Dexter plakativ „Ich geh nicht in den Club“ wiederholt („Luft“), trifft das auf mehreren Ebenen zu. Es geht um die Unlust auf stumpfe Feier-Rituale des Nachtlebens, um die Erinnerung an distanzlosen Smalltalk mit Kräuterlikör-Fahne im Gedränge. Aber es geht auch um den überaus erfolgreichen Deutschrap mit seinem Testosteronüberschuss und Koksproblem. Dexter
sucht also lieber das Weite und findet es ganz nah bei sich: Grauburgunder und Jogginghose, Studio und Familie. Das gute Leben eben.

Dexter verzichtet liebend gern auf das Dazugehören, weil er seine Mitte schon gefunden hat. Dass das bisweilen bürgerlich anmuten kann – Hashtag Boomer –, nimmt er gern in Kauf, denn nur in diesem Leben konnte er gemeinsam mit Rap erwachsen werden. Dexter sagt sich von einer oft toxischen Beziehung zur Szene los und verschreibt sich der stetigen Entwicklung, persönlich wie musikalisch. Auf „Yung Boomer“ treffen Synth-Flächen und detailreiche Trap-Beats immer wieder auf ausgefuchste Chord-Strukturen, die näher an Jazz sind als an Playlisten-Massenware. Alles dient dem Zweck, für sich selbst das spannendste Album zu konstruieren. Die Auswahl seiner Gäste untermauert das: Hier die Hype-Helden Lugatti & 9ine („Kombi nicht normal“), da Fatoni und der junge Yrrre mit einer Hymne auf Deutschrap-Hassliebe und Release-Radar („Freitag“) und dort die Battlerap-Kings zweier Generationen, Lakmann und Döll („Kontrolle“).

Realness, das ist noch so ein schwieriger Begriff im Rap. Dexter gelingt es, ihn für sich positiv umzudeuten und eigene Regeln aufzustellen. Als Familienvater und Musiker, als erwachsener Fan und Protagonist einer ewigen Jugendkultur und als ein Junge aus Süddeutschland, in dessen Sozialisation „Bierbong“-Unfug ebenso präsent war wie „Menace II Society“. Mit dem entwaffnend offenen letzten Song des Albums geht Dexter diesen Weg konsequent weiter: Auf „Apoplex“ spricht er zum ersten Mal über einen Schlaganfall, den er während eines DJ-Gigs erlitt und der ihn für einige Zeit aus dem Verkehr zog. Seitdem ist vieles anders, bewusster und klarer. Prioritäten lenken Leben.

„Yung Boomer“ ist Dexter vom ersten Ton bis zur letzten Silbe, ein Goldjunge mit Stilbewusstsein, Lebenserfahrung und neuem Fokus. Es ist schön zu erleben, dass deutscher Rap das jetzt kann. Dieser Boomer ist okay.
Dexter - Raw Random Files
Dexter
Raw Random Files
LP | 2016 | DE | Original (WSP)
15,99 €*
Release:2016 / DE – Original
Genre:Hip Hop
Dexter, seines Zeichens einer der renommiertesten Vinyl-Digger und Beat-Künstler des Landes und spätestens seit seiner Instrumental-Großtat „The Trip“ Vorbild einer ganzen Szene, hat ein neues Album am Start. Oder? Jein. Denn wer die typische Konzeptverliebtheit des Stuttgarter Produzenten auf dem Schirm hat, dem dürfte schon der Titel seiner neuen Platte ein Licht aufgehen lassen. Diese 17 Tracks hier sind, genau, „Raw Random Files“.
„Ich hab diesmal kein Konzept verfolgt, wie etwa bei ‚The Jazz Files‘ oder ‚The Trip’“, bestätigt Dexter. Vielmehr hat er „Raw Random Files“ mit Beats aus unterschiedlichsten Samplequellen kompiliert, die über die letzten fünf Jahre verteilt entstanden, aber nie auf einer offiziellen Veröffentlichung von ihm, seiner Crew Betty Ford Boys oder gar eines Rappers landeten: Festplattenfundstücke, häufig nachgefragte Instrumentals aus Dexters Live-Sets oder auch mal ein Beat aus einem Videotrailer fürs Beat BBQ – alles in ebenjenem dreckigen, samplelastigen Sound gehalten, der die von Dexter und seinen Beat-Kollegen dominierte Beat-Ära des letzten halben Jahrzehnts prägte.
„Die Zeit der Beat-Tapes à la ‚Hi-Hat Club‘ und die damit verbundene Soundästhetik hatte großen Einfluss auf die Beat-Szene hierzulande“, erklärt Dexter. „’RRF‘ ist für mich auch ein musikalisches Resümee dieser Phase und eben kein wirklich neues Album. Und danach geht’s auf zu neuen kreativen Ufern.“ Bis dahin jedoch darf in neuen alten Beat-Erinnerungen geschwelgt werden – raw und random.
Dexter - Haare Nice, Socken Fly
Dexter
Haare Nice, Socken Fly
2CD | 2017 | DE | Original (WSP)
17,99 €*
Release:2017 / DE – Original
Genre:Hip Hop
Die Frisur sitzt, die Socken auch: Dexter ist zurück – am Mic. Auf seinem neuen Album „Haare nice, Socken fly“ zeigt der renommierteste Vinyl-Digger und Beat-Künstler des Landes, wie entspannt man Rap angehen kann, wenn man sich von Rapper-Ego und Erwartungshaltungen freimacht. Wie das letztendlich klingt? Um es mit Dexters Worten zu beschreiben: wavy.

Und was bedeutet wavy? „Für mich bedeutet das einfach eine gewisse Leichtigkeit. Die Musik ist nicht aufdringlich, eher fluffig, wie ein leichter Wellengang. Auch die Textinhalte sind so: keine schweren Thematiken, es geht eher darum, dass es mir gut geht.“, sagt Dexter. Und genau so klingt „Haare nice, Socken fly“: wavy.

Die Doppel-CD kommt exklusiv mit allen Instrumentals.
Dexter - Palmen & Freunde
Dexter
Palmen & Freunde
CD | 2014 | DE | Original (WSP)
16,99 €*
Release:2014 / DE – Original
Genre:Hip Hop
Seine Fans kennen Dexter vor allem als Produzent: Mit seinen zwei grandiosen Instrumental-Alben „The Jazz Files“ und „The Trip“ sowie dem Kollaboprojekt „Betty Ford Boys“ zusammen mit Suff Daddy und Brenk Sinatra hat sich der Stuttgarter als feste Größe der hiesigen Beatmaker-Szene etabliert – und ganz nebenbei auch noch Platin- und Goldschallplatten für seine Zusammenarbeiten mit Cro und Casper eingeheimst. Nun steht Dexter jedoch wieder selber hinterm Mikrofon: „Palmen und Freunde“ heißt sein neues Album, für das er nicht nur alle Beats selbst produziert, sondern auch eigene Rap-Parts beigesteuert hat – und jede Menge Freunde eingeladen hat. Von Audio88 & Yassin über Morlockk Dilemma, Roger vom Blumentopf bis hin zu Chefket reicht die Freundesliste auf „Palmen und Freunde“. „Die Palmen stehen dabei für den sommerlichen Vibe des Albums“, so Dexter. „Ich habe organische Sounds mit 808-Drums kombiniert - es klingt ziemlich wavy, wie ein Sommer in L.A.“ Treffender könnte man „Palmen und Freunde“ nun wirklich nicht beschreiben – ein unverkrampftes, sommerliches Album für Freunde von gediegener Beat- und Rap-Kunst.
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