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Italic Vinyl, CD & Tape 8 Artikel

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Harmonious Thelonious - International Dance Record 2
Harmonious Thelonious - International Dance Record
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Harmonious Thelonious - Santos
Harmonious Thelonious
Santos
LP+CD | 2015 | EU | Original (Italic)
23,99 €*
Release:2015 / EU – Original
Genre:Organic Grooves, Electronic / Dance
„I use music as a medium to talk to other people“ offenbarte Sun Ra einmal. Der Düsseldorfer Stefan Schwander würde sich der Aussage des großen Jazzavantgardisten anschließen, vollständig unterschreiben würde er sie nicht. Auch er spricht durch Musik mit Menschen. Aber er lässt auch gern Musik mit Musik sprechen. Seit 2008 verdichtet er als Harmonious Thelonious auf diversen EPs und zwei Alben die reduzierten Patternstrukturen der American Minimal Music mit afrikanischen, lateinamerikanischen und karibischen Rhythmen.

Für sein neues Werk „Santos“, das er als eine Langspielplatte mit einheitlichem Bild versteht, ist er mental in den Norden des afrikanischen Kontinents gereist und hat sich von der dort beheimateten marokkanischen Trancemusik in Trance versetzen lassen. Die dabei entstandenen Stücke sind leicht, haben Spuren von Pop und verweben die Atmosphäre der Master Musicians Of Joujouka und der Gnawa Musik mit der treibenden Kraft des Techno. Als Klangquellen dienten ihm diesmal auch diverse Gastmusiker. Der Berliner Ghazi Barakat, Ex-Bassspieler von Stereo Total und Mann hinter dem psychedelischen Experimental-Projekt Pharoah Chromium, entlockte für ihn modifiziert Klänge aus der marokkanischen Rauschflöte. Zweiter Gastmusiker ist der Kölner Komponist Volker Zander, der lange bei Calexico den Kontra- und Elektrobass zupfte. Für Stücke wie „Mountains“ oder „Belloumi“ spielte er Melodien auf der türkischen Tambur ein und verlieh den vitalen Rhythmen der Tracks eine orientalische Ausstrahlung. Den gewieften Rhythmuspattern stehen zudem Instrumente wie das Banjo, die Mandoline und Afro-Kubanische Drums, eingespielt von dem auf Kuba in Afro-Cuban Ritual-Drumming geschulten Perkussionisten Stefan Suhr, zur Seite. Durch das elektronische Sequencings des Rheinländers verwischen sich die organischen Quellen und treten in einen fließenden Dialog mit seinen elektronischen Ideen. Für ein Stück wie „Rendez-vous of the dead“ imaginierte sich Harmonious Thelonious beispielsweise aus dem Studio auf den Djemaa el-Fna Platz von Marrakesch. Hier treffen sich allabendlich nach Sonnenuntergang die lokalen Musiker und spielen sich mit verzerrten Mandolinen in einen Rausch. Das Imaginierte hat Harmonious Thelonious in ein zittriges Dancemonster übersetzt, dessen Zuhause ein Technoclub mit experimentellem Soundansatz sein könnte. Ohnehin sind die meisten Stücke von „Santos“ schwer tanzbar, obwohl die Tracks von Harmonious Thelonious diesmal etwas langsamer rollen. Ihre schroffe Schönheit ist zudem einem anschmiegsameren Klangbild gewichen. An Komplexität hat seine Musik allerdings nichts eingebüßt. Dafür reden in ihr zu viele Stimmen miteinander und beleben sich gegenseitig zu etwas, das jenseits der herkömmlichen Genregrenzen spielerisch Trance verteilt. Das Cover von „Santos“ unterstreicht dies zusätzlich. Es zeigt eine vom Künstler selbst gestaltete Collage die eine All-Star-Band nach seiner Vorstellung darstellt. Wer genau zu sehen ist muss jeder für sich selbst entschlüsseln. Denn auch hier sind die Bilder keine direkten Zeichen, sondern verschleierte Hinweise auf einen emotionalen Zustand, der weit hinter dem Visuellen verborgen liegt. Genauso wie in der Musik von Harmonious Thelonious, deren diverse Schichten unzählige Geschichten erzählen.
Stabil Elite - Gold
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